Weltweit einzigartiger «Scharfblick»

Das HTZ initiierte für SpectraFlow Analytics eine Machbarkeitsstudie und identifizierte den richtigen Forschungspartner: das Paul Scherrer Institut PSI. Diese Studie ermöglichte dem KMU den Ausbau seiner Marktstellung. Gemeinsam mit dem Technologietransferzentrum ANAXAM wurde ein Folgeprojekt gestartet.

Das Hightech Zentrum Aargau hat SpectraFlow Analytics bei der Weiterentwicklung einer im Markt führenden Analytiklösung unterstützt. Dieses einzigartige Tool wird zum Beispiel von Zement- und Aluminiumherstellern rund um die Welt genutzt.

Im Rahmen eines Management-Buyouts gründeten 2013 fünf ehemalige ABB-Mitarbeitende die SpectraFlow Analytics AG. Diese entwickelt, produziert und verkauft Mess- und Analysegeräte zur Online-Untersuchung von anorganischen Rohmaterialien, etwa Kalkstein, Eisenerz, Bauxit, Pottasche, Phosphate und Edelmetalle. Das von SpectraFlow entwickelte Analysesystem ist hochpräzis, effizient und sicher, wie Tobias Füeg, Forschungs- und Entwicklungschef sowie Geschäftsleitungsmitglied, erklärt.

Die Untersuchungstechnik basiert auf der Spektroskopie im Bereich des kurzwelligen Infrarotlichts (Near Infra Red, NIR). Diese Technik unterscheidet sich von Methoden, bei denen radioaktive Strahlen eingesetzt werden; sie erfasst sowohl die Chemie, als auch die Mineralogie. Das zu prüfende Material kann in Echtzeit analysiert werden, beispielsweise während es zum Beispiel auf einem Förderband aus dem Steinbruch transportiert wird. Die ermittelten Daten dienen zur Steuerung und Optimierung der nachfolgenden Verarbeitungsprozesse.

Jedes Rohmaterial ist anders

Nun weisen die Rohmaterialien unterschiedliche chemische und mineralogische Eigenschaften auf. SpectraFlow muss daher die Messgeräte für jedes Kundenprojekt auf der Basis von Referenzproben individuell kalibrieren. Die dafür erforderliche Genauigkeit der Laboranalysen der Kunden stösst häufig an Grenzen, was auch die Präzision des Analysators schmälert. SpectraFlow suchte daher nach einer Lösung, um diesen Schritt zu vereinfachen.

Leendert den Haan, Technologie- und Innovationsexperte des HTZ, lernte das KMU an einem Informationsanlass kennen. Schnell konnte er den direkten Kontakt zu Forschern des Paul Scherrer Instituts PSI in Villigen vermitteln. In der vom HTZ lancierten Machbarkeitsstudie gelang es, eine hohe Kalibrations-Qualität zu erreichen. Dies erlaubt selbst bei sehr komplexem Gestein die Gewinnung von noch hochwertigeren Referenzdaten für die Analyse. SpectraFlow ist weltweit das einzige Unternehmen, das diese Technologie für die effiziente Online-Analytik und Prozessoptimierung in der Mineralien und Erze verarbeitenden Industrie einsetzt.

«Das HTZ ermöglichte uns unbürokratisch und zielorientiert einen finanziell tragbaren Zugang zur Hightech-Laborinfrastruktur am PSI."

 Tobias Füeg, Forschungs- und Entwicklungschef sowie Geschäftsleitungsmitglied SpectraFlow Analytics AG, Spreitenbach

Ohne diese Unterstützung hätte das KMU es nicht geschafft, in so kurzer Zeit mit dem bestmöglichen Forschungspartner kooperieren zu können.

Prof. Nicola Pietro Maria Casati, Paul Scherrer Institut PSI, Group Leader Material Science Group, SpectraFlow Analytics AG

«Die Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit dem Partner SpectraFlow Analytics zwang uns, unsere üblichen Analysestrategien zu überdenken, da wir am PSI normalerweise Mengen im Milligramm Bereich untersuchen, während unser Partner typischerweise Tonnen an Material untersucht. Diesbezüglich verbesserten wir unsere Methoden am PSI und entwickelten einen Aufbau, der es erlaubt, für solch grossee Mengen eine repräsentative Analytik zu liefern. Hier hat die Machbarkeitsstudie eine entscheidende Rolle gespielt, um einerseits unsere Analytik für Industrielle Fragestellungen zu optimieren und um auf der anderen Seite unsere Grenzen zu testen und Vertrauen in diese neuen Ansätze zu gewinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Machbarkeitsstudie wird nun SpectraFlow Analytics in Zusammenarbeit mit dem Technologietransferzentrum ANAXAM weiter nutzen. ANAXAM bietet der Industrie die Möglichkeit, von den Analytikmethoden, welche auf den Grossforschungsanlagen am PSI basieren und die ursprünglich für die Forschung entwickelt wurden, zu profitieren.»

Auf einen Blick

Das HTZ initiierte für SpectraFlow Analytics eine Machbarkeitsstudie und identifizierte den richtigen Forschungspartner: das Paul Scherrer Institut PSI. Diese Studie ermöglichte dem KMU den Ausbau seiner Marktstellung. Gemeinsam mit dem Technologietransferzentrum ANAXAM wurde ein Folgeprojekt gestartet.

Tobias Füeg, Forschungs- und Entwicklungschef sowie Geschäftsleitungsmitglied SpectraFlow Analytics AG, Spreitenbach

«Das Hightech Zentrum Aargau ermöglichte uns unbürokratisch und zielorientiert einen finanziell tragbaren Zugang zur Hightech-Laborinfrastruktur am PSI.»