Digitaler Schub für agile Hotelgruppe

In einem herausfordernden Umfeld haben die AargauHotels die Digitalisierung zentraler Prozesse vorangetrieben. Mit Unterstützung des Hightech Zentrums Aargau und des Instituts für Tourismus und Freizeit wurde die Warenbewirtschaftung systematisch digitalisiert.

In einem herausfordernden Umfeld haben die AargauHotels die Digitalisierung zentraler Prozesse vorangetrieben. Mit Unterstützung des Hightech Zentrums Aargau und des Instituts für Tourismus und Freizeit wurde die Warenbewirtschaftung systematisch digitalisiert.

Die AargauHotels umfassen gut ein Dutzend Betriebe, darunter sechs Hotels. Das Unternehmen mit über 300 Beschäftigten wird von Dominik Wyss und Claudia Rüttimann geführt. Internationale Gäste und inländische Geschäftsreisende sowie Seminare bilden den wichtigsten Geschäftspfeiler. Covid-19 hat (auch) bei den AargauHotels einiges durcheinandergebracht. Aber bereits vor dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurde eine zentrale Hausaufgabe angepackt: Die Frage, wie die einzelnen Betriebe bestmöglich kooperieren können, ohne dabei ihre Identität zu verlieren.

Claudia Rüttimann, seit 30 Jahren Hotelière mit Leib und Seele, wurde durch einen Zeitungsartikel auf das «Quick-Scan-Tool», einen Fragebogen des Hightech Zentrums Aargau (HTZ), aufmerksam. Sie nahm mit dem HTZ Kontakt auf. Bernhard Isenschmid, Technologie- und Innovationsexperte, sagt über das Tool: «Auf dieser Basis können wir Unternehmen erste Anhaltspunkte darüber geben, wie weit das Thema Industrie 4.0 umgesetzt ist und wo sie in ihrer Branche stehen.» Im Fall der AargauHotels wurden in Workshops mit Kaderangehörigen Probleme diskutiert und danach vorrangige Handlungsfelder identifiziert. Das grösste Nutzenpotential sah man in der Optimierung der Warenbewirtschaftung der Gruppe. Für eine Machbarkeitsstudie holte der HTZ-Experte das Institut für Tourismus und Freizeit ITF der Fachhochschule Graubünden ins Boot.

Das ITF entwickelte ein massgeschneidertes Digitalisierungskonzept und zeigte den AargauHotels das organisatorische Optimierungspotential auf. Prof. Norbert Hörburger, Stellvertretender Leiter Forschung & Dienstleistung, benennt einen zentralen Nutzeffekt für sein Institut: «Wir nehmen die Erkenntnisse zum Anlass, um ein Folgeprojekt zu lancieren. Dabei wird ein Branchenleitfaden zur Digitalisierung der Warenwirtschaft entstehen.»

Direkte Umsetzung in der Praxis

«Die praktische, unternehmensnahe Zusammenarbeit mit dem Hightech Zentrum Aargau und dem ITF hat uns überzeugt», betont Claudia Rüttimann. Für ihr Führungsteam sei der Studienprozess «interessant und lehrreich» gewesen. Teile der Studie dienen heute als Nachschlagewerk. In der Gruppe wurden Abläufe vereinfacht und es werden neue Instrumente verwendet. Die Mitarbeiter-Administration wurde auf eine einheitliche EDV-Lösung umgestellt und im Marketing wird vermehrt kooperiert.

HTZ-Experte Isenschmid resümiert: «Die Kooperation dieser recht heterogenen Hotels mit modernen digitalen Mitteln kann als Pioniervorhaben bezeichnet werden. Mit der schrittweisen Integration von Teilbetrieben mittels digitaler Technologien in ein Gesamtsystem wurde in der Branche Neuland betreten. Dieses neue, grundlegende Wissen bildete die Basis für die Implementierung eines Warenwirtschaftssystems.»

Auf einen Blick

Das HTZ hat die AargauHotels zunächst mit dem «Quick-Scan-Tool» und in Workshops beraten. Im Rahmen der nachfolgenden Machbarkeitsstudie wurde die Hotel- und Gastrogruppe dabei unterstützt, ihre Warenwirtschaft zu optimieren.