Abschalungselemente vereinfacht Arbeit

Die Profilsager AG in Dürrenäsch hat in einer Machbarkeitsstudie gemeinsam mit dem Baulabor der Fachhochschule Nordwestschweiz ein neuartiges Abschalungselement entwickelt.

Die Profilsager AG in Dürrenäsch hat in einer Machbarkeitsstudie gemeinsam mit dem Baulabor der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW ein neuartiges Abschalungselement entwickelt.

Die Profilsager AG in Dürrenäsch ist ein Familienunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Kunststoffprofilen und weiteren Produkten für den Bausektor spezialisiert hat – immer mit dem Ziel, die Arbeit am Bau zu vereinfachen. Für die Entwicklung eines neuen Produkts suchte das Unternehmen Unterstützung beim Hightech Zentrum Aargau (HTZ). Das Ziel war, ein Abschalungselement mit Bewehrungsdurchdringung zu entwickeln, das dem Baumeister eine einfache und rationelle Handhabung beim Setzen erlaubt und gleichzeitig
die erforderlichen statischen Nachweise erfüllt. 

Marcus Morstein, Experte beim HTZ, übernahm das Projekt von Leendert den Haan, der das Unternehmen in der ersten Phase begleitet hatte. Für die vom HTZ finanzierte Machbarkeitsstudie musste zuerst der richtige Projektpartner gefunden werden. «In der Schweiz gibt es für eine solche Aufgabe nur zwei wirklich geeignete Forschungspartner», sagt Marcus Morstein. Nach einem Auswahlverfahren entschied man sich aufgrund
der besseren Testinfrastruktur und der besser zum Projekt passenden Kompetenzen für das Baulabor der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. 

Aufwendige Testreihe
Zum Beweis der Bruchfestigkeit mussten Modell-Realteile gegossen und für den Test musste die Testprozedur an die Prüfaufgabe angepasst werden. Dies hat nach einer aufwendigen Auslegungs- und Vorbereitungsphase gleich im ersten Anlauf perfekt funktioniert. Viel Arbeit bedeutete die Recherche zum Stand der Technik und zu den Normen, sowohl bei der SIA wie auch bei Eurocode und dessen deutscher Variante. Auch hierbei unterstützten das HTZ und die FHNW die Profilsager AG. 

Die Entwicklung ist gelungen: Die Innovation ist ein Element bestehend aus einem mehrteiligen Kunststoffprofil und einem Glasgewebe-Netz samt Stützgitter, das den noch zähflüssigen Zement zurückhält. Zusätzlich umfasst das Element eine vertikale Stahlarmierung. Das neuartige Element schwächt aus statischer Sicht die Arbeitsfuge nicht, sondern verstärkt sie sogar lokal, was in der Machbarkeitsstudie rechnerisch und
insbesondere experimentell nachgewiesen werden konnte.

Launch in diesem Jahr
Die aufwendigen Tests machten eine Erweiterung und Verlängerung der Machbarkeitsstudie nötig. Dies war dank der Unterstützung des HTZ unbürokratisch möglich – ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Projektabschluss im Februar 2025. Die Umsetzung im Markt ist in vollem Gange. Mehrere Feldversuche an echten Gebäuden haben bereits stattgefunden. Vor dem Markteintritt wird der für die Profile verwendete Kunststoff durch ein höherwertiges Recycling-Material ersetzt, da das erste Material zu spröd war. Da dies eine
Änderung der Herstellform für die Profile erfordert, hat sich der Launch etwas verzögert. Der Entwurf für ein Dokument zur Unterstützung des technischen Verkaufs beim Markteintritt profitierte übrigens auch von der Machbarkeitsstudie und zeigt: Das HTZ unterstützt Innovationen von der Idee bis zur Umsetzung.

Auf einen Blick

Das HTZ hat der Firma Profilsager AG mit der Machbarkeitsstudie geholfen, ein neues Produkt zu entwickeln und vor allem den Nachweis für seine Funktionalität in Theorie und Praxisversuchen zu erbringen. Dafür holte das HTZ als Partner die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Muttenz ins Boot und fungierte als Vermittler zwischen den Projektpartnern.

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